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06. September 2007
Mit Rat und Tat zur Seite stehen
SVZ vom 06. September 2007

Land setzt auf Mentoren: Erfahrene Unternehmer helfen Existenzgründern

Vor gut zwei Jahren hat sich Claudia Fuchs mit einer Kaffeerösterei in der Schweriner City selbständig gemacht. Mit Rat und Tat steht ihr Hannelore Glagla zur Seite, eine erfahrene Unternehmerin aus der Landeshauptstadt, die sich am Mentorenprogramm des Landes für Existenzgründer beteiligt. Gestern kam Wirtschaftsminister Jürgen Seidel in die "Rösterei Fuchs" am Markt, um symbolisch die dritte Runde im Mentorenprogramm einzuläuten - und natürlich auch eine schöne Tasse Kaffee zu trinken.


Claudia Fuchs hat es geschafft: Ihre Rösterei am Markt brummt. Sage und schreibe fast 20 Kaffeesorten stehen in den Regalen, zur frisch gebrühten Tasse Kaffee gibt es die passende Schokolade - die Idee kommt bei den Schwerinern an, lässt buchstäblich die Herzen höher schlagen. Dass das Geschäft in der Schweriner City so gut läuft, verdankt die 38-jährige Jungunternehmerin auch Hannelore Glagla. Die geschäftsführende Gesellschafterin einer Firma für Büroorganisation in Schwerin-Süd begleitet Claudia Fuchs seit Anfang vergangenen Jahres mit Rat und Tat. "Von Frau Glagla habe ich gelernt, wie die Schweriner denken. Außerdem hat sie mir viele Kontakte vermittelt", so Claudia Fuchs, die gestern nicht nur ihre Mentorin im eigenen Geschäft begrüßen konnte, sondern auch Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU).


Symbolisch - bei einer guten Tasse Kaffee - läutete der Minister in der Rösterei die dritte Runde des landesweiten Mentorenprogramms für Existenzgründer ein. "Existenzgründer brauchen zum Start vor allem Kontakte, Netzwerke und Unterstützung bei konkreten Problemen", sagte Seidel. Das leisten die Mentoren seit 2005.


Mehr als 50 gestandene Unternehmer aus dem Land stehen derzeit bereit, Jungunternehmern bei ihrem Start in die Privatwirtschaft mit Tatkraft und Branchenkenntnissen behilflich zu sein. Das Mentorenprogramm ist ein wichtiger Baustein im Existenzgründerprogramm des Wirtschaftsministeriums. Das Kernstück des Mentoring bildet dabei die intensive Beziehung zwischen Mentor und Mentee im sogenannten "Tandem".


Wissen aus der Praxis weitergeben

Über seine - durchweg positiven - Erfahrungen mit dem Mentorenprogramm berichtete gestern auch Dr. Dieter Runge von der Primacyt Cell Culture Technology GmbH in Schwerin, und mit Andreas Scher, Geschäftsführer der Planet IC GmbH in der Landeshauptstadt, war auch gleich ein neuer Mentor zum Pressetermin in die Kaffeerösterei gekommen.


Für Hannelore Glagla ist die ehrenamtliche Unterstützung von jungen Unternehmern selbstverständlich: "Gerade in der Startphase benötigen Existenzgründer ein Wissen, das sie in keinen Lehrbuch finden, das nur Praktiker ihnen geben können", erklärte Glagla, die sich auch über ihre Mentoren-Tätigkeit hinaus in der Landeshauptstadt sozial engagiert.


Um weitere ambitionierte Gründerpersönlichkeiten für die Teilnahme am Mentorenprogramm zu gewinnen, wird Minister Seidel in den nächsten Wochen auch noch andere Gründer-Tandems vor Ort besuchen. Voraussetzung für die Aufnahme in das Programm ist eine bereits erfolgte Gründung. Informationen gibt es im Internet unter www.gruender-mv.de oder beim Projektbüro unter der Telefonnummer 0385 - 555 71 70.


Claudia Fuchs und Hannelore Glagla treffen sich immer noch regelmäßig - auf eine Tasse Kaffee, aber auch mal auf ein Gläschen Wein. Von ihrer Mentorin bekam die Jungunternehmerin auch den Tipp, ihr Geschäft nicht "Rösterei am Markt", sondern "Rösterei Fuchs" zu nennen. "Dann ist der Name gleich im Firmenschild, wenn ich irgendwann noch eine Filiale eröffnen sollte", so Claudia Fuchs. Ganz schön pfiffig.

(Schwerin, Christian Koepke)